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Geschichtlicher Abriß
Bereits seit dem Mittelalter hatte es in der Gegend einen Herrensitz gegeben, die 3 km südlich des Schlosses gelegene Burg Ahrensfelde, die seit 1327 im Besitz des Klosters Reinfeld gewesen war. Reste der alten Burganlage mit ihren ungewöhnlich großen Wallanlagen sind heute noch erhalten.
Bei der Säkularisation des Klosters 1567 fiel die
Burg an den dänischen Feldherrn Daniel Rantzau, der
weiteres Land dazukaufte, darunter auch das Dorf Woldenhorn.
Bereits 1569 fiel Daniel in einer Schlacht bei Warburg
(Schweden), und der Besitz ging an seinen Bruder Peter über.
Dieser errichtete kurz darauf nördlich von Woldenhorn
den Gutshof, dann an einer idyllischen Stelle am Dorfrand
im Hunnautal das sogenannte Schloß Ahrensburg.
Dies geschah Ende der 1570er Jahre bis 1585 im Stil der Renaissance. Rantzau ließ ein Dreifachhaus mit Hausgraben errichten. Das Ganze war ein "Adliges Gut" mit Wirtschaftshof, eine in Holstein verbreitete Wirtschaftsform.
Gegenüber dem Schloß entstanden fast zeitgleich
die Gutskirche und die sogenannten Gottesbuden,
die als Armenhäuser dienten, denn Peter Rantzau war
auf seinem Besitz als Gutsherr die höchste Instanz
in Recht und Kirche.
Schloß Ahrensburg blieb sieben Generationen bis 1759 im Besitz der Familie Rantzau, die im Laufe des 17. Jahrhunderts zunehmend an Macht und Einfluss verlor. Aufgrund von Mißwirtschaft und Konflikten mit den Gutsuntertanen (die Leibeigene waren) mußten die Rantzaus schließlich das gesamte Gut verkaufen.
1759 erwarb Heinrich Carl Schimmelmann die Gutsanlage mitsamt dem Herrenhaus. Schimmelmann war ein Finanzgenie und machte im dänischen Staat als Wirtschaftsminister, wie man sein Amt heute nennen würde, eine steile Karriere: 1768 wurde er zum Schatzmeister berufen, 1779 in den dänischen Lehnsgrafenstand erhoben und 1774 in die holsteinische Ritterschaft aufgenommen.
1760-1764 ließ er das Schloß umfassend modernisieren und den Renaissance-Bau besonders im Erdgeschoß mit Rokoko-Elementen umgestalten. Dabei wurden auch der Hausgraben zugeschüttet und die Schweifgiebel erneuert.
Parallel zum Umbau des Herrenhauses ließ Schimmelmann
auch das zum Gut Ahrensburg gehörende Dorf Woldenhorn
komplett neu anlegen. Dies geschah im Sinne einer symmetrischen
barocken Planung mit zahlreichen Neubauten, die im heutigen
Stadtbild kaum noch zu erkennen sind.
Ahrensburg (Gemälde von 1845) blieb wiederum sieben Generationen im Besitz der Familie Schimmelmann. 1855 renovierte der Urenkel des Schatzmeisters, Ernst Schimmelmann, das Haus noch einmal umfassend.
1938 verkauften die Grafen Schimmelmann das Schloß.
Das Land Schleswig-Holstein, der Kreis Stormarn, die Sparkasse
Stormarn und die Stadt Ahrensburg übernahmen die Trägerschaft
für den "Verein Schloß Ahrensburg e.V.", das
1938 als Schloßmuseum eröffnet wurde. Zu dieser
Zeit nahm man auch erste denkmalpflegerische Instandsetzungen
vor und entfernte vor allem Veränderungen aus dem 19.
Jahrhundert am Außenbau.
Nach kriegsbedingter Schließung und einer Renovierung dient das Schloß seit 1955 ununterbrochen als Museum.
1983-85 erfuhr das mittlerweile fast 400 Jahre alte Gebäude eine gründliche Sanierung. Die wichtigste Maßnahme dabei war die Wiederöffnung des Hausgrabens, der 200 Jahre vorher von Schimmelmann zugeschüttet worden war.
1995 wurde die 400-Jahr-Feier des Schlosses festlich begangen.
2003 wurde das Schloß in eine Stiftung bürgerlichen Rechts umgewandelt, d.h. aus der Trägerschaft des Vereins herausgelöst.
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